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Capitol Kino


Als im Januar 1926 die seit dem 15. Jahrhundert in der Mühlstraße bestehende Mittelmühle abbrannte, fällte der damalige Besitzer Gustav Coym eine nachhaltige Entscheidung: An die Stelle des Mühlenbetriebes sollte ein modernes Kino treten.Nach nur wenigen Monaten Umbauzeit wurde das für damalige Verhältnisse hochmoderne
Lichtspieltheater am 12. Februar 1927 mit der Aufführung des Films „Ein Walzertraum“ mit Willy Fritsch in der Hauptrolle seiner Bestimmung übergeben.

Das als „…eines der besten und modernsten Lichtspielhäuser seiner Größe in Deutschland“ hoch gelobte Kino bot mit seinen 31m Länge und 17m Breite über 500 Personen Platz und wurde sehr schnell in weitem Umkreis zur ersten Adresse in Sachen Film. Neben der hauptsächlichen Nutzung als Kino sollte das „Capitol“ nach dem Willen seiner Betreiber aber auch einen Beitrag zum sonstigen kulturellen Leben der Stadt liefern und Platz bieten für „…Lieder- und Gesangsabende, Konzerte, Vereinsfeste und sonstige Veranstaltungen.“

Betrachtet man die Geschichte und vor allem die moderne Entwicklung des Kinos, so ist die Hoffnung der Erbauer in Erfüllung gegangen, denn das Capitol ist zu einem unverzichtbaren Bestandteil des kulturellen Geschehens in Witzenhausen geworden.

Auf eine faszinierende Besonderheit des damaligen Kinos – die auf die Ursprünge des Gebäudes hinwies - muss man heute allerdings verzichten. Bis in die 70er Jahre des letzten Jahrhunderts wurde der Strombedarf des Hauses nämlich durch eine riesige Turbine gedeckt, die die benötige Energie aus der sog. „Mühlengelster“ erzeugte, deren Bett unterhalb des Gebäudes Richtung Werrabrücke verlief.


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